"Welcome to the real world"

Im Hirngespinst Hauptquartier materialisieren sich einzelne Gedanken zu komplexen Ideenkonstruktionen. Hier kollidieren Realitäten, entstehen Kurzgeschichten, Gedichte, banale Anekdoten, Schlemmertests, Kino-/Film-/Restaurantkritiken, Hörsaalgezwitscher, sowie allerlei anderes Zeug...

Donnerstag, 9. Dezember 2010

Bericht: Wikileaks Zusammenfassung

Hallo zusammen,
ich habe ja schon länger nichts mehr in meinem Blog veröffentlicht, aber es wird langsam mal wieder Zeit. Die Uni nimmt viele freie Stunden in Beschlag, so dass ich leider kaum noch die Muße habe irgendetwas zu dichten, oder zu schreiben.
Dennoch möchte ich hier eine kleine Zusammenfassung von Einträgen hochladen, die ich im Zuge meines Studiums über das Thema "Wikileaks" für den Trierer Medienblog verfasst habe. Da man als moderner Medienmensch um das Thema Wikileaks derzeit nicht herum kommt, ist es nur natürlich sich auch mit dieser Plattform zu beschäftigen.
Ich persönlich bin geteilter Meinung was Wikileaks angeht. Einerseits hat der Mensch ein Recht darauf zu erfahren, was seine Volksvertreter für einen Blödsinn verzapfen, andererseits aber währe es für eine friedliche Zukunft besser wenn so manches im Dunklen bleiben würde.
Aber dies ist ein Zwist, den jeder mit sich selbst auszutragen hier. Hier also die Zusammenfassung von 2 Wochen Wikileaks:

EINTRAG VOM 30.11.2010
"Wikileaks reloaded" ODER Wie die Welt zusammenbricht?
Das Thema der Tage ist ja eindeutig "Wikileaks" und die dortige Veröffentlichung geheimer diplomatischer Depeschen aus den USA. Bei solch "brisanten" Aussagen wie: Angela "Teflon" Merkel (Hommage an "Teflon" Tony Blair?) oder Guido "He is no Genscher" Westerwelle, wird sogar die erneute Koreakrise Nachrichtentechnisch ohne schlechtes Gewissen auf die Ersatzbank geschickt.
Wie unser aller Lieblingsblatt die BILD auf ihrer Internetseite so schön titelt:
DIE WELT GESCHOCKT

ENTHÜLLUNGSPLATTFORM VERÖFFENTLICHT 250.000 US-GEHEIMPROTOKOLLE

Es ist ein diplomatischer Donnerschlag!
Aber ist dem wirklich so? Ist es wirklich ein "diplomatischer Donnerschlag"? Und welche Welt soll da geschockt sein? Die wirkliche Realität oder doch eher die Medienwelt? Wessen Luftschloss bricht da eigentlich zusammen?
Viele Nachrichtenmagazine teilen die oben genannte Auffassung. Die betroffenen Politiker und viele Bürger anscheinend nicht. Merkel, Westerwelle, Putin, etc. nehmen es laut Pressesprechern gelassen. Die politische Fassade ist so eiskalt und hart, da prallt alles von ab (Also doch Teflon Merkel. Was ist aus "Madame No" geworden?). Warum auch über Aussagen aufregen, die sowieso der breiten öffentlichen Meinung entsprechen? "Eigentlich ham' se damit ja sogar recht", könnte man denken. Wirkliche Neuigkeiten stehen in den meisten Dokumenten nicht drin und wirklich brisant ist nur der Fakt, dass amerikanische Diplomaten jene Informationen an ihre Regierung schriftlich weiterleiten, die sowieso im Netz, TV, Radio, Stammtisch oder auf der Straße kursieren.
Was aber passiert mit Aussagen wie z.B. denjenigen zur Situation in Korea? Können solche Infos Konflikte noch verschärfen? Dringen Statements wie " Kim Jong Il is a flabby old chap“ überhaupt nach Pjöngjang durch? Angeblich haben Amerikaner und Süd-Koreaner ja schon über ein vereinigtes Korea diskutiert. SOWAS liefert natürlich Steilvorlagen für gezielte Propagandaeinsätze und wäre das nicht auch ein wunderbarer Grund Süd-Korea den Krieg zu bringen? Natürlich nur aus reinem Selbstschutz.
Für Pjöngjang kommt der Wikileaks-Skandal natürlich wie gerufen! Jetzt könnte man ja ruhigen Gewissens die Panzer über die Grenze tuckern lassen und den Schwarzen Peter den Amis zuschieben. "Schaut was ihr geplant hattet! Wir verteidigen uns nur!" So oder so ähnlich wäre eine Möglichkeit der Ausrede.
Ich denke schon, dass einige der Informationen (Falls sie echt sind, obwohl das inzwischen wohl ziemlich egal ist. Medien schaffen Realitäten und so...) lieber GEHEIM bleiben sollten. Meinen Nachbarn geht es ja schließlich auch nichts an, dass ich ihn nicht leiden kann, weil er im Winter seinen Schnee auf meinen Rasen schippt. (Ups, hoffentlich liest er das jetzt nicht! Nein, was habe ich getan? Ich habe ein MewiLeak geschaffen...)
Allen, die sich noch nicht mit Wikileaks befasst haben, kann ich nur raten. Schaut dort mal rein. Interessant ist es auf jeden Fall und sehr sehr peinlich für Washington und seine Datensicherheit.

 EINTRAG VOM 03.12.2010
Kampf gegen Wikileaks - Wikileaks.org funktioniert nicht mehr 
Wie ich gerade bemerkt habe, kann man nicht mehr mit der Eingabe "Wikileaks.org" auf besagte Seite gelangen. Anscheinend wurde Wikileaks am Freitagmorgen mehrmals gehackt und musste Zwangabgeschaltet und auf einen schweizer Server Umgesiedelt werden. Am Ende des Eintrages findet ihr dazu einen interessanten Artikel aus der Onlineausgabe des Spiegels.
Zu erreichen ist sie nun unter:
IP-Adresse 46.59.1.2
oder
Hier der Link zum Artikel

EINTRAG VOM 08.12.2010
Wikileaks - Operation: Payback
Und es geht los! Nachdem der Wikileaks Mitbegründer und Hauptbetreiber Assange verhaftet wurde, blasen nun weltweit Hacker gegen Zensur und "freiheitsfeindliche Organisationen" zum Angriff.
Mastercard, Visa, Amazon und Paypal wurden schon "Opfer" einer Gruppe von Hackern die sich  "Anonymous" nennt und die Internetportale der entsprechenden Unternehmen Stunden lang blockiert und/oder mit computergenerierten Anfragen bombardiert. (Nachzulesen in so ziemlich jeder Zeitung oder hier.)
Fragt sich wie die weiteren Schritte beider Seiten aussehen werden. Amerikas Ansehen hat beträchtlichen Schaden genommen und sinkt in der Internetcommunity stündlich tiefer. Als Journalist ist man dazu verpflichtet Neutralität zu wahren, als Freiheitliebender Mensch jedoch, kann man Assange und seinem "Kreuzzug gegen die Zensur" eine gewisse Sympathie nicht absprechen.
Auch wenn ich denke, dass nicht unbedingt alles Publik gemacht werden sollte was man im Mülleimer des Nachbarn findet, so haben die Menschen doch ein Recht darauf zu erfahren, welche Schweinereien sich hinter ihrem Rücken abspielen.
 

1 Kommentar:

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